
Es ist Oktober. Draußen wird es früher dunkel, der Wind pfeift durch die Bäume und unter der warmen Decke fühlt sich alles ein bisschen gemütlicher an.
Viele Menschen berichten: „Ich könnte jetzt einfach länger schlafen…“
Aber ist das nur ein Gefühl oder brauchen wir im Herbst tatsächlich mehr Schlaf?
In diesem Beitrag erfährst Du:
- Wie sich Licht, Temperatur und Jahreszeit auf unseren Schlaf auswirken können
- Warum unser Körper im Herbst anders „tickt“ als im Sommer
- Und was Du tun kannst, um gut durch die dunklere Jahreszeit zu kommen
Mehr Dunkelheit = mehr Schlaf?
Tatsächlich zeigen einige Studien: Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, verändert sich auch unser Biorhythmus.
Das liegt unter anderem an der verringerten Lichtmenge, die unser Gehirn empfängt – insbesondere am Morgen.
Weniger Licht bedeutet:
- Die Produktion des „Wachhormons“ Cortisol wird gehemmt
- Die Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin startet früher
- Wir fühlen uns abends oft eher schläfrig und morgens schwerer wach
Kurz gesagt: Unser Körper stellt sich auf Energiesparen um. Und das ist evolutionär sinnvoll, denn früher gab es im Winter weniger Nahrung, weniger Aktivität, weniger Außenreize.
Und was ist mit Vitamin D?
Ein weiterer Faktor, der oft unterschätzt wird: Vitamin D.
Es wird hauptsächlich durch Sonnenlicht in der Haut gebildet – genauer gesagt durch UVB-Strahlung. In unseren Breitengraden ist diese ab Oktober meist nicht mehr ausreichend vorhanden.
Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel kann unter anderem mit folgenden Symptomen einhergehen:
- Erhöhte Tagesmüdigkeit
- Stimmungsschwankungen oder gedrückte Stimmung
- Schwächung des Immunsystems
Ein möglicher Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Schlafqualität wird derzeit wissenschaftlich untersucht. Hinweise deuten darauf hin, dass ein ausgeglichener Vitamin-D-Status sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden, die Stimmung und eventuell auch auf den Schlaf-Wach-Rhythmus auswirken kann.
Ist das Ganze also biochemisch oder ein Gefühl?
Nicht nur ein Gefühl, aber auch nicht nur biochemisch.
Denn: Der Herbst wirkt auch emotional.
Weniger Sonne, weniger Zeit draußen, mehr Rückzug – all das kann die Stimmung beeinflussen. Manche Menschen erleben sogar das sogenannte „Herbsttief“ oder eine leichte saisonale Erschöpfung.
Unser Bedürfnis nach Ruhe ist also teils körperlich, teils emotional begründet, aber durchaus real.
Was Du tun kannst:
Wenn Du das Gefühl hast, im Herbst besonders müde zu sein, nimm das ernst. Vielleicht braucht Dein Körper jetzt etwas anderes als noch im Sommer.
Ein paar Impulse:
- Licht tanken: Gehe morgens möglichst nach draußen, selbst bei grauem Himmel. Natürliches Licht signalisiert Deinem Körper: Wach werden!
- Abends bewusst herunterfahren: Weniger Blaulicht, mehr Rituale, warme Getränke – um das frühe Melatonin sanft zu nutzen
- Vitamin D im Blick behalten: Dies lässt sich z. B. über eine Blutuntersuchung bestimmen – und bei Bedarf gezielt auffüllen
- Dem Rückzug Raum geben: Statt gegen das Müdesein anzukämpfen, versuch es einmal mit Akzeptanz. Der Herbst darf langsamer sein.
Fazit: Herbstmüdigkeit ist kein Mythos
Ob wir wirklich „mehr Schlaf“ brauchen oder einfach nur sensibler auf Reize reagieren: die Antwort ist individuell.
Fest steht: Der Herbst verändert uns. Und manchmal bedeutet das, dass wir uns selbst mehr Pausen, mehr Wärme und mehr Ruhe gönnen dürfen.
Wenn Du den Eindruck hast, dass Deine Schlafqualität leidet oder Du dauerhaft erschöpft bist, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen – körperlich, seelisch und im Alltag.
⚖️ Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung. Bitte wende Dich bei anhaltender Erschöpfung, Schlafstörungen oder gesundheitlichen Beschwerden an ärztliches oder heilkundiges Fachpersonal.

Hallo Sandra,
sehr interessanter und schön geschriebener Blog Eintrag. Besonders zum Thema Vitamin D würde ich mehr wissen wollen. Würde mich freuen, wenn du dazu ausführlicher schreiben könntest.
Herzlichen Dank und liebe Grüße.
Jan
Lieber Jan,
gerne nehme ich Deine Anregung hierzu auf und ich freue mich, dass dieser -doch recht neue Blog- so gut bei Dir ankommt.
Herzliche Grüße
Sandra
Ui, so schnelle Antwort.
Na dann bin ich sehr gespannt und nochmal danke dafür.
Hallo Sandra,
ich kann mich nur anschließen, wirklich sehr interessanter und informativer Blog-Artikel – ich habe mich das in der Tat auch schon öfter gefragt, ob das nur ein Gefühl ist, dass ich in der dunkleren Jahreszeit mehr Schlaf brauche oder ob ich mir das einbilde.
Liebe Grüße
Sandra