
Als ich das neue Semestermotto der Volkshochschule Hochtaunus gelesen habe, musste ich sofort schmunzeln:
„Einfach machen.“
So einfach und gleichzeitig für viele von uns unglaublich schwer.
Denn wenn wir ehrlich sind, warten wir oft auf den perfekten Zeitpunkt.
Wir möchten erst weniger Stress haben.
Erst mehr Zeit finden.
Erst ausgeschlafen sein.
Erst Klarheit haben.
Erst wissen, ob es überhaupt funktioniert.
Und während wir warten, bleibt vieles genau so, wie es ist.
Dabei entstehen die meisten positiven Veränderungen nicht durch perfekte Bedingungen.
Sie entstehen durch den ersten Schritt.
Veränderung beginnt selten mit einem großen Plan
In meiner Arbeit begegne ich immer wieder Menschen, die spüren, dass sich etwas verändern darf.
- Sie schlafen schlecht.
- Sie fühlen sich erschöpft.
- Sie stehen unter Druck.
Sie funktionieren zwar im Alltag, merken aber gleichzeitig, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Die meisten wissen das bereits.
Was häufig fehlt, ist nicht Wissen, sondern der Mut, den ersten kleinen Schritt zu machen.
Nicht morgen – Nicht irgendwann – Heute.
Je länger ich Menschen begleite, desto mehr bin ich überzeugt, dass Veränderung weit weniger eine Frage von Disziplin ist, als wir häufig glauben. Aus medizinischer Sicht ist unser Gehirn nicht darauf ausgelegt, ständig Neues zu suchen. Im Gegenteil: Es liebt Gewohnheiten. Gewohnheiten sparen Energie, schaffen Sicherheit und geben Orientierung. Unser Nervensystem bevorzugt Vorhersagbarkeit gegenüber Unsicherheit.
Genau deshalb fühlen sich Veränderungen oft anstrengend an – selbst dann, wenn wir uns diese Veränderung eigentlich wünschen.
Wer schon einmal versucht hat, seine Schlafgewohnheiten zu verändern, regelmäßiger Pausen einzubauen, bewusster zu essen oder sich mehr Zeit für sich selbst zu nehmen, kennt dieses Phänomen. Der Verstand sagt: „Das wäre gut für mich.“ und trotzdem bleiben wir häufig beim Alten.
Nicht weil wir undiszipliniert sind, sondern weil Veränderung immer auch bedeutet, vertraute Muster zu verlassen.
Diese Erkenntnis hat mich nicht nur in meiner Arbeit geprägt, sondern auch persönlich begleitet. Viele der Entwicklungen in meinem eigenen Leben sind nicht entstanden, weil ich einen perfekten Plan hatte. Sie entstanden, weil ich irgendwann begonnen habe, den ersten Schritt zu gehen – ohne zu wissen, wohin der Weg genau führen würde.
So war es auch mit (KL)Auszeit Coaching und letztlich auch mit meiner Tätigkeit als Dozentin an der Volkshochschule Hochtaunus.
Die Idee, meine Themen zusätzlich in einem Präsenzformat anzubieten, war schon länger da. Irgendwann habe ich beschlossen, nicht weiter darüber nachzudenken, sondern einfach die Initiative zu ergreifen und die Volkshochschule anzuschreiben.
Aus diesem ersten Kontakt entstand ein Gespräch, aus dem Gespräch eine Idee und aus der Idee schließlich mein erster Workshop an der VHS.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft hinter „Einfach machen“:
- Nicht alles muss von Anfang an perfekt sein.
- Nicht jede Antwort muss bereits feststehen.
- Manchmal genügt es, neugierig genug zu sein, um den ersten Schritt zu gehen.
Umso mehr freue ich mich, dass ich künftig als Dozentin an der Volkshochschule Hochtaunus Menschen auch persönlich begleiten darf.
Mein erster Workshop trägt den Titel:
„Zur Ruhe kommen – Schlaf verstehen und nachhaltig verbessern“
Dabei geht es nicht um Schlaf als isoliertes Problem, sondern um die Frage, wie Schlaf, Stress, Nervensystem und Gesundheit zusammenhängen. Denn guter Schlaf ist weit mehr als eine angenehme Nacht. Er ist eine der wichtigsten Grundlagen für Regeneration, Leistungsfähigkeit, emotionale Stabilität und gesundes Altern.
Gleichzeitig spiegelt das Thema Schlaf vieles wider, was auch meine weiteren Angebote prägt: die Beschäftigung mit Stressregulation, emotionalem Essen und persönlichen Veränderungsprozessen. Denn hinter all diesen Themen steht letztlich dieselbe Frage:
Wie gelingt es uns, wieder in einen gesunden Kontakt mit uns selbst zu kommen?
Vielleicht beginnt die Antwort darauf tatsächlich oft viel einfacher, als wir denken.
Mit einem ersten Schritt.
Mit einer neuen Erfahrung.
Mit einer kleinen Entscheidung.
Oder, um es mit dem Motto der VHS zu sagen:
Einfach machen.
Wenn Dich das Thema Schlaf generell beschäftigt und Du mehr darüber erfahren möchtest, wie Schlaf, Nervensystem und Alltag zusammenhängen, findest Du auf meiner Website weitere Informationen und Impulse.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung. Bitte wende Dich bei anhaltender Erschöpfung, Schlafstörungen oder gesundheitlichen Beschwerden an ärztliches oder heilkundiges Fachpersonal.

Danke für deine Motivation mit den Worten „einfach machen“! Auch wenn vieles nicht einfach ist, was hat man zu verlieren, wenn man es nicht probiert hat und den ersten Schritt gegangen ist? Die veränderte Sicht auf Dinge und Situationen beginnt mit einem ersten Schritt und es ist unglaublich schön zu sehen, wie sich neue Möglichkeiten aufzeigen. Mit ein bisschen Mit zum ersten Schritt stehen so viele neue Türen offen und man darf dann einfach durchgehen😃
Danke für Deinen Kommentar, liebe Sabine